Schachenhaus und Frauenalpl

Frauenalpl-Kreuz
Der Aufstieg zum Schachenhaus hat den Ruf, lang und öde zu sein. Startet man in Elmau, muss man allerdings nur 859 Höhenmeter überwinden, die sich bei angenehmer Steigung über knapp 10 km erstrecken. Dank der gut ausgebauten Wege kommt man unkompliziert voran – wir haben die Strecke in gut 3 Stunden zurückgelegt, zahlreiche Fotopausen aufgrund der phänomenalen Alpenrosen-Blüte inklusive.


 
Die erste Etappe, der sog. Schachenweg, verläuft entlang des Elmauer Bachs auf einer Forststraße. Abgesehen von einem kleinen Wasserfall ist diese Teilstrecke tatsächlich nicht sonderlich spektakulär, Botanik-Freunde können am Wegesrand allerdings viel Interessantes wie die Braunrote Stendelwurz oder strahlend gelb blühenden Alant entdecken.


 
Und sobald sich der Wald gelichtet hat, hat man dann einen wirklich tollen Ausblick auf die wunderschöne Bergkulisse. Derzeit absolutes Highlight: Die üppige Alpenrosen-Blüte, die man am Wegesrand bewundern kann. Und auch Gelber Enzian und Weißer Eisenhut blühen gerade in beeindruckender Menge.


 
Eine zusätzliche Attraktion für Pflanzenliebhaber ist natürlich der Alpengarten des Botanischen Gartens München, den man kurz vor dem Schachenhaus erreicht. Nach regionalen Schwerpunkten gegliedert findet man hier einen schönen Überblick über eine beeindruckende Vielzahl von Alpenblumen – bis hin zu Pflanzen aus dem fernen Himalaya. Um mehr Bilder zeigen zu können, gibt es hierzu einen eigenen kleinen Artikel → Link.

Schließlich am Schachenhaus angekommen, sollte man sich eine Führung durch das »Königliche Schloss am Schachen« keinesfalls entgehen lassen. König Ludwig II ließ das Schloss um 1870 errichten und verweilte hier unter anderem an seinen Geburtstagen. Die faszinierende Atmosphäre im Türkischen Saal, der durch das Lichterspiel der Mosaikfenster in buntes Licht getaucht wird, ist fast betörend. In der Mitte des Raums ein Springbrunnen, ein prunkvoller Kronleuchter und üppige Fächer aus Pfauen- und Straußenfedern, mit denen einst orientalische Düfte in der Luft verteilt wurden. Aufgrund des strikten Fotografier-Verbots gibt es an dieser Stelle leider keine Fotos – und die wenigen Bilder, die man im Internet findet, lassen den Zauber des Raums auch nicht annähernd erahnen. Unbedingt also selbst besichtigen! Derzeit finden Führungen stündlich statt. Da pro Führung nur eine begrenzte Anzahl an Besuchern teilnehmen kann, empfiehlt es sich, bereits kurz vor der angegebenen Einlasszeit am Eingang zu warten.

Das Schachenschloss ganz nah und aus der Vogelperspektive:


 
Im Schachenhaus besteht übrigens die Möglichkeit zur Einkehr, wir haben allerdings unsere mitgebrachte Brotzeit auf einer Bank verzehrt und dabei die traumhafte Bergkulisse genossen.

Krönender Abschluss unserer Wanderung: Der weitere Aufstieg über die Teufelsgasse zum Frauenalpl-Kreuz in 2173 m Höhe. Vorbei an imposanten, sehr beeindruckenden Felsformationen führt der Weg Richtung Meilerhütte und bietet nicht nur eine spektakuläre Sicht ins Reintal, sondern auch ein wunderschönes Bergpanorama: Wettersteingebirge, Zugspitze und Alpspitze beispielsweise lassen sich leicht ausmachen.


 
Für diesen letzten Abschnitt sollte man ein wenig Trittsicherheit mitbringen, allerdings gibt es keine ausgesetzten Stellen. Wer will, kann noch weiter bis zur Meilerhütte (angegebene Gehzeit ab Schachenhaus: Eineinhalb Stunden), wir haben jedoch an dieser Stelle beschlossen, den Rückweg anzutreten und uns mit der Aussicht auf die Meilerhütte zu begnügen:

Insgesamt waren wir, inklusive 45-minütiger Schachenhaus-Führung, mindestens ebenso langer Alpengarten-Besichtigung, Mittagspause und ausgiebigen Fotopausen genau 11 Stunden unterwegs. Bis zum Frauenalpl-Kreuz überwindet man 1165 Höhenmeter und legt schätzungsweise 11 oder 12 km zurück. Der Rückweg über den Kälbersteig ist ein bisschen weiter. Insgesamt ist die Tour in ihrer erweiterten Form also durchaus lang und erfordert entsprechende Kondition. Es handelt sich aber um eine einfache Bergwanderung ohne besondere Herausforderungen.

Unsere Route in Stichpunkten:

Wanderparkplatz Elmau (1008 m)
Schachenweg
Abzweigung zur Wettersteinalm (1464 m)
Alpengarten des Botanischen Gartens München
Schachenhaus (1867 m) und Königshaus am Schachen (1876 m)
Frauenalpl-Kreuz (2173 m)
Schachenhaus
Kälbersteig
Schachenweg
Wanderparkplatz Elmau

Die Wege sind gut ausgeschildert. Folgt man vom Parkplatz Elmau aus den Wegweisern, kommt man unkompliziert zum Schachenhaus. Zum Frauenalpl-Kreuz folgt man dann der Beschilderung Richtung Meilerhütte.
Auf dem Rückweg über den Kälbersteig haben wir eine Abkürzung über kleinere Wege genommen. Hierfür sollte man zur Orientierung eine topographische Karte dabei haben. Bleibt man auf den goßen Wegen dürfte es allerdings auch hier keine Probleme geben, denn prinzipiell ist auch der Kälbersteig gut ausgeschildert.

Karte:

Karte OSM
Kartengrundlage: OpenStreetMap, Lizenz: Open Data Commons Open Database License (ODbL).
Link zur navigierbaren Karte mit allen nötigen Details.

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