Ahnenforschung mal anders

Wer mich persönlich kennt, weiß: Die Abstammung meiner Pferde ist mir völlig egal.

Als ich mein Haflinger-Getier Pico vor gut 6 Jahren übernahm, war es entsprechend ziemlich bedeutungslos für mich, zusammen mit Kaufvertrag und Zahlungsbestätigung nun auch einen sogenannten Zuchtnachweis mein eigen nennen zu dürfen. Spaßig höchstens die daraus abzuleitende Erkenntnis, das das Pferd, das im Jahr 1994 noch ein reines Haflingerpapier ausgestellt bekam, nach heutigen Kriterien mit seinen etwa 37 % Araberanteil gar kein Haflinger (max. 1,56 %) mehr wäre, ja noch nicht einmal mehr als sog. Edelbluthaflinger (bis 25 %) durchginge… Von Bedeutung ist diese Erkenntnis allerdings auch nur, das vielleicht manchmal etwas überschiessend temperamentvolle und sensible Naturell des Vertreters einer eher als phlegmatisch und stur verrufenen Rasse augenzwinkernd begründen zu können…

Der Zufall wollte es nun aber, dass ich eines Tages über  http://www.allbreedpedigree.com/ stolperte. Spontan die Eltern eben jenes Pseudo-Haflingers eingegeben, freute ich mich über zahlreiche Fotos, die von Picos Herkunftsfamilie ausfindig zu machen waren; bislang kannte ich im Bild nämlich nur den Papa. Inspiriert von der Ahnengalerie klickte ich mich weiter durch Picos Stammbaum, war zunehmend verblüfft und letztlich wirklich beeindruckt: Bis zur Mitte des  18. Jahrhunderts, also über  einen Zeitraum von etwa 250 Jahren lässt sich das Pedigree meines Pferdes zurückverfolgen! Lückenlos ist die Ahnentafel bis weit über “249 Folie“, den Stammvater der Haflingerzucht dokumentiert. Kurzer Hand beschloss ich, alle erhältlichen Informationen einmal vollständig und systematisch zu erfassen. Das Ergebnis meiner Recherche hat mich schier umgeworfen, ergab sich doch eine wahrlich gigantische Datenflut, die zu bewältigen richtig viel Aufwand bedeutete und die ich so nie erwartet hätte. Der gesamte Stammbaum folgt, sobald es mir gelungen ist, ihn in eine ansehnliche Form zu pressen…

Nicht vorenthalten möchte ich zum jetzigen Zeitpunkt allerdings das Bild meines liebsten Ahnen aus Pico’s Stammbaum: Zobeyni (Bildquelle: Wikimedia)

 

 

 

 

 

 

 

Für die Interessierten: Genutzt habe ich zur Auswertung der wirklich unüberschaubaren Datenflut das extra für diesen Zweck angeschaffte Programm MacStammbaum, ohne das ich die Aufgabe nie und nimmer bewältigt hätte. Wer ähnlich verrückte Ideen hegt, sich mit der Herkunft seines Pferdes näher auseinanderzusetzen, dem sei im Vorfeld dringen empfohlen, sich mit GEDCOM-Dateien und deren Transport auseinanderzusetzen.