Natica – ein Eigelege



Anlässlich eines Besuchs (Gäste begehren bei uns ja prinzipiell, Fossilien, Gestein oder Schnecken zu besichtigen…) zog ich kürzlich aus meinem reichhaltigen Fundus das abgebildete Eigelege einer Meeresschnecke der Gattung Natica (“Mondschnecken”). Erstaunlicherweise hatte der biologisch sehr interessierte Freund, der an diesem Nachmittag bei uns weilte, so etwas noch nie gesehen. Kurzerhand recherchierten wir gemeinsam ein wenig im Netz, um noch mehr über die Entstehungsweise des Gebildes zu erfahren. Am anschaulichsten dokumentiert für mich dieses (klick) von BeachFacts auf YouTube gefundene Video, wie so ein Eigelege zustande kommt.
Auf Wikipedia findet man dazu folgende Informationen:

“Mondschnecken legen ihre Eier in eine Struktur, die sie aus mit gelatinösem Schleim verfestigtem Sand zu einem sogenannten “Sandkragen” (engl. “sand collar”) formen. Innerhalb dieser Struktur werden die befruchteten Eier in Reihen angeordnet, wobei jede Eikapsel zwischen 1 und 3 Larven enthalten kann. Die fertigen “Sandkragen” werden schließlich zum Schlüpfen auf dem Meeresboden hinterlassen.”

Auffallend an den Schnecken ist der im Video gut sichtbare, mit einem weiten Lappen versehene Fuß (Propodium), der zum Pflügen im Untergrund und zum Auffinden von Beutetieren genutzt wird. Die Schnecke lebt also räuberisch, mit ihrer speziell ausgebildeten Raspelzunge (Radula) und einem ätzenden Sekret, das an ihrer Unterlippe von einer Bohrdrüse ausgeschiedenen wird, kann sie die Gehäuse von Schnecken und Muscheln anbohren. All zu wehrhafte Opfer fixiert sie hierzu mit einer Schleimhülle. Naticiden sind Weichbodenbewohner, die sich über weite Strecken im Sediment vergraben, aber (wie im Video gut sichtbar) auch elegant über den Meeresboden gleiten können. Ihr Verbreitungsbebiet erstreckt sich von den Tropen bis in die Polarregionen, der besiedelte Lebensraum reicht vom Gezeitenbereich bis in die Tiefsee. Das auffallende Charakteristikum an ihren Häuschen ist eine Nabelschwiele (s. Foto unten, Mouseover), die Schnecken werden daher im Deutschen auch oft “Nabelschnecken” genannt. Das abgebildete Eigelege hat übrigens einen Durchmesser von gut 6 cm, das Häuschen mit dem Nabelpfopf misst an der weitesten Stelle 22 mm. Maximal können Vertreter der Gattung Gehäusedurchmesser von bis zu 15 cm erreichen. Bekannt ist die Überfamilie der Naticaecea seit der Trias, die Gattung Natica gibt es seit dem Tertiär.

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Verwendete Literatur:

  • eigene Mitschriften “Paläontologisch-Stratigraphische Übungen B”, LMU München, SS 02
  • Arno Hermann Müller: Lehrbuch der Palöozoologie, Bd. II Invertebraten, Teil 2 Mollusca 2 – Arthropoda 1, Gustav Fischer Verlag Jena – Stuttgart, 4. Auflage 1994
  • Wikipedia