Eulschirbenmühle

IMG_1269 KopieIMG_1271 Kopie IMG_1272 Kopie IMG_1276 KopieDie Eulschirbenmühle bei Gamburg wurde bereits 1245 als “Molendinum Ulscirben” das erste Mal urkundlich erwähnt. Wunderschön die aufwändig gestaltete, fast an ein Schloß erinnernde Fassade mit teils reichen Renaissance-Formen. Der Erbauer der ursprünglichen Mühle ist unbekannt, man geht allerdings davon aus, dass das heutige Gebäude zwischen 1592 und 1595 von den Grafen von Kronenberg erbaut wurde, nachdem diese die nahe Gamburg von Eberhard von Brendel übernommen hatten. Entsprechende Wappen finden sich über dem Portal zum Treppenturm (Foto). Die symmetrische Architektur der Mühle ist einmalig in der Region, typisch für den Erbauungszeitraum der Julius Echter-Zeit dagegen die aufwändig mit Ornamenten, Voluten und Gesimsen gestalteten Schweifgiebel. Die Mühle erfuhr im Lauf ihrer Geschichte mehrere An- und Umbauten, befindet sich heute allerdings nahezu wieder im ursprünglichen Zustand mit je 2 Zwerchhäusern und 2 Erkern mit Welscher Haube.

Ein interessantes Detail sind am Gebäude eingeritzte Hochwassermarken, die den Wasserstand der Tauber dokumentieren und gleichzeitig die zeitliche Einordnung des Gebäudes bestätigen (Foto).

Um die verwunschen wirkende Mühle ranken sich seit jeher zahlreiche Sagen,  allen voran die Geschichte der schönen Melusine, die von Andreas Fries im Jahr 1839 niedergeschrieben wurde. Demnach diente dem Müller einst eine schöne Magd, die jedoch regelmäßig auf geheimnisvolle Art und Weise verschwand. Nur der Ritter von Gamburg erkennt eines Tages in ihr das Wasserwesen. Damit kein anderer das Geheimnis erfahre und dadurch die Bande zwischen ihnen zerreiße, lässt er für Melusine und sich die Eulschirbenmühle bauen, mit einem geheimen Zugang nach unten zu den Wasserräumen. Einige Zeit später jedoch durchschaut der Müller die Situation – ein vom Bronnbacher Abt geweihtes Papier soll dem »unchristlichen Treiben« ein Ende setzen. Deponiert an der Treppe, die die Schwelle zur Wasserwelt darstellt, erwartet es die ahnungslose Melusine bei ihrer Rückkehr zu den Menschen. Und in der Tat vernimmt man zum entsprechenden Zeitpunkt lautes Wehgeschrei und hört einen schweren Fall ins Wasser. Die schöne Melusine ward seitdem nie wieder gesehen (…)

Weder begegnete uns bei unserer Besichtigung der Geist der armen Melusine, noch verschleppte uns der unter der Brücke hausende Wassermann, der schon zahlreiche Kinder entführt haben soll und, so erzählt man sich, jedem den Tod bringt, der einen Blick auf sein Antlitz zu erhaschen begehrt. Aber entscheidet selbst, ob ihr die Gefahren einer Besichtigung auf Euch nehmen wollt oder lieber nur in den folgenden Links stöbert:

Alle Bilder: Jens Arne Männig

Mutige finden hier die Mühle (Google Maps):



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