Burgruine Wildenburg (Odenwald)

Sie zählt zu den größten und bedeutendsten hochmittelalterlichen Burgruinen Süddeutschlands: Die im 12. Jahrhundert durch die Herren von Dürn in Kirchzell am Preunschener Berg errichtete Wildenburg. Oft auch als Burg Wildenberg oder (Schloss) Willeberg bezeichnet, war sie über einen Zeitraum von etwa 100 Jahren Stammsitz des Adelsgeschlechtes Dürn, bevor sie später von Mainzischen Verwaltungsangestellten genutzt wurde. Obwohl von der Ruine über weite Bereiche nur die Grundmauern erhalten sind, zählt sie zu den besterhaltenen Burgen Süddeutschlands: Bis auf eine nachträglich im 15. Jahrhundert eingezogene Trennmauer, die den Innenhof in 2 Teilbereiche gliedert, befindet sich die Anlage nämlich noch im Originalzustand aus der Stauferzeit – ohne die sonst oft üblichen Um- und Anbauten. Die ungewöhnlich weitläufige Anlage beeindruckt nicht nur durch ihre imposante Größe von etwa 90 x 39 m, sondern auch durch mehrere außergewöhnliche Details: Besonders sehenswert sind beispielsweise der Palas mit seiner prunkvollen Arkadenwand und einem riesigen Kamin (Feuerfläche etwa 9 m2) oder die zahlreichen in die Buckelquader des Mauerwerks gemeißelten Steinmetzzeichen, von denen insgesamt über 50 nachgewiesen wurden. Man nimmt an, dass Wolfram von Eschenbach einen Teil des “Parzivals” auf der Wildenburg verfasste und diese dabei als Vorlage für die Beschreibung seiner Gralsburg nutzte.

Am 4. Mai 1525 wurde die Wildenburg im Bauernkrieg von der Horde um Götz von Berlichingen niedergebrannt. Seitdem verfällt sie als Ruine.

 

Daten von OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL

Verwendete Literatur und weiterführende Links:

Infotafeln vor Ort
www.burgen-web.de
Wikipedia
www.kirchzell-outdoor.de (Rekonstruktion der Burg)
Luftbild der Burgruine bei www.hdbg.eu