Die Gotthard-Ruine in Amorbach

Gotthardruine, Amorbach

Auf einer Anhöhe namens Gotthard, dem früheren Frankenberg, findet sich die gleichnamige Gotthard-Ruine in wunderschöner Lage und mit traumhaftem Ausblick bis in den Spessart („7-Täler-Blick“).
Der genaue Ursprung der Ruine liegt im Ungewissen, überliefert ist allerdings, dass im 8. Jahrhundert n. Chr. (auf Geheiß des fränkischen Gaugrafen Ruthard) an besagter Stelle eine Burg errichtet worden ist. Die später hinzugefügte Burgkapelle, 1138 dem Heiligen Godehard von Hildesheim geweiht, verlieh der Anhöhe schließlich ihren Namen.
1168 soll die Burg, auf der mittlerweile die Raubritter hausten, durch Kaiser Friedrich Barbarossa zerstört worden sein. An ihrer Stelle wurde in der Folgezeit ein Zisterzienserinnen-Kloster gegründet – die heute noch existierenden Arkadenreihen sowie die Kämpferfriese sind Relikte dieser Phase. Nachdem das Kloster allerdings im Jahr 1439 aufgelöst wurde, stand das Gebäude lange Jahre leer und wurde schließlich 1525 im Bauernkrieg durch die aufständischen Bauern niedergebrannt.
Zwar erfolgte 1628 ein Wiederaufbau als Kirche durch die Amorbacher Benediktiner, das Gebäude wurde allerdings in der Folgezeit wiederholt mutwillig beschädigt und brannte im Jahre 1714 schließlich nach einem Blitzschlag endgültig nieder. Seitdem verfällt es als Ruine.
Um die Überreste der dreischiffigen Pfeilerbasilika vor völliger Zerstörung zu bewahren, wurden in den letzten Jahrzehnten umfangreiche Restaurierungsarbeiten durchgeführt; bereits 1956 erhielt sie beispielsweise ein schützendes Dach. Den aktuellen Zustand zeigt die kleine Bildergalerie.

Seit 2010 fanden im Rahmen des Spessartprojekts umfangreiche archäologische Grabungen auf dem Gelände statt. Berühmt ist in diesem Zusammenhang der Porphyr vom Gotthardsberg, eine kleine Steinplatte, die ursprünglich Teil eines romanischen Tragaltars war.


 

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