Tafoni

Tafoni auf Elba
Granite zeigen einige Besonderheiten bei der Verwitterung – die mögliche Bildung von Tafoni ist eine davon. Das abgebildete Exemplar ist in Punta della Contessa auf Elba zu finden und zeigt eindrucksvoll die typischen Merkmale: Eine höhlenförmige Struktur mit zentraler wabenartiger Durchlöcherung.
 
Letztlich ist die genaue Entstehung der Tafoni unbekannt, man kann allerdings davon ausgehen, dass ein Zusammenspiel von Bergfeuchte, Verdunstung und Salzverwitterung in wärmeren Klimaten mit periodischer Feuchte maßgeblich zur Ausbildung beiträgt. Wie auch bei der Wabenverwitterung (siehe Artikel über die Schwarzachschlucht) verhärten auch hier durch den Auftrieb der Gesteinsfeuchte und die Abscheidung ihrer Lösungsfracht Teile des Gesteins, während die weicheren Anteile schließlich durch den Wind und andere physikalische Umwelteinflüsse abgetragen werden. Typisch ist die Ausbildung von Überhängen, da die Zersetzung des Gesteins von innen nach außen voranschreitet (“Kernverwitterung” → “Bröckelhöhlen”).
 
Beschrieben wurde die Tafonierung erstmalig in Korsika, daher ist auch ihre Bezeichnung aus dem Korsischen abgeleitet: Pietra tafunata bedeutet auf Korsisch so viel wie durchlöcherter Stein.
 
Man findet Tafonierung übrigens nicht nur in Graniten, sondern durchaus auch in anderen mittel- bis grobkörnigen Gesteinen wie zum Beispiel Sandsteinen. Ebenso ist sie nicht auf den Mittelmeerraum beschränkt, sondern kommt weltweit vor, insofern die klimatischen Voraussetzungen für die Entstehung gegeben sind. Markante Beispiele finden sich beispielsweise in Mittelamerika und Namibia.
 
Leider fehlt auf dem Foto ein vernünftiger Größenmaßstab. Die spärlich vorhandene Vegetation lässt aber in etwa die Dimensionen erahnen …
 
 
Verwendete Literatur und weiterführende Links:

  • eigene Mitschriften LMU München, SS 2002
  • Walter Schumann: Der neue BLV Steine- und Mineralienführer, BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich
  • Nicole Grünert: Namibias faszinierende Geologie, Klaus Hess Verlag, Windhoek, Göttingen 1999
  • Wikipedia
  • Mineralienatlas.de
  • scinexx.de