Rund um den Alatsee

Am AlatseeWie die meisten Ausflugsziele rund um München, die ich hier vorstelle, ist auch der Alatsee problemlos mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Man startet in Füssen, trifft auf die Via Claudia Augusta, passiert den berühmten Lechfall, wandert durchs Faulenbachtal mit seinen diversen Kneipp-Körper-und Natur-Erfahrungs-Einrichtungen und erreicht schließlich den malerischen Alatsee, der perfekt geeignet ist für eine kleinen oder auch größeren Zwischenstopp. Über den nahe gelegenen Weißensee kommt man in einer kleinen Rundwanderung letztendlich wieder zurück nach Füssen.

In der gesamten Region gibt es jede Menge zu entdecken – bereits Füssen ist eigentlich eine eigene kleine Reise wert. Da es in diesem Artikel aber vorwiegend um den Alatsee gehen soll, hier nur einige wenige Eindrücke im Bild: Das Hohe Schloss von Füssen, Kloster St. Mang und natürlich die Heilig-Geist-Spitalkirche mit ihrer üppig geschmückten Rokokofassade:


Die nächste Attraktion, der Lechfall, liegt nur wenige Schritte außerhalb von Füssen. In einem beeindruckenden Schauspiel tosen hier die Wassermassen des Lechs in die Tiefe und fließen in einer wildromantischen Klamm weiter nach Norden Richtung Donau. Der Lechfall ist als Geotop ausgezeichnet, mehr über seine Entstehung findet man unter dem oben angegebenen Link.


Am Parkplatz zum »Tal der Sinne« gibt es für geologisch Interessierte eine beeindruckende Harnischfläche zu bestaunen (siehe Bilder unten). Von dort sind es schließlich nur wenige Schritte ins Faulenbachtal.
Das durch die Schwefelvorkommen in der Gegend ebenso farbenprächtige wie geruchsintensive Tal wäre in der Tat auch ohne die künstlich arrangierten Stationen auf dem Pfad der Sinne ein Erlebnis für (fast) alle 5 Sinne – meine Welt ist die Nachhilfe in Sachen Naturerfahrung leider überhaupt nicht.


Schließlich erreicht man den Alatsee, berühmt geworden als “Blutender See”. Zwar unterscheidet sich die Farbe des Wassers im Normalfall nicht von der anderer Seen – phasenweise allerdings kann man einen mehr oder weniger intensiven rötlichen Schimmer beobachten. Während der auffällige Farbumschwung früher Anlass zu unzähligen Mythen, Sagen und Gerüchten gegeben hat, weiß man heute, dass die ungewöhnliche Farbe von Schwefelpurpurbakterien herrührt, die in etwa 15 Meter Tiefe leben. Durchmischungsereignisse wie Stürme transportieren die Purpurbakterien zeitweise an die Oberfläche – der See “blutet”. Wie der Name schon sagt, verstoffwechseln Schwefelpurpurbakterien Schwefel, wie er in den tieferen Schichten des Alatsees aufgrund des schwefelhaltigen Untergrunds angereichert ist. Das in der Tiefe des Sees dadurch entstehende lebensfeindliche anoxische Milieu hat Berichten zufolge immer wieder zu Fischsterben geführt und ist mit die Ursache für das Tauchverbot am Alatsee.

So idyllisch und malerisch der See an einem sonnigen Sommertag auch wirken mag, den Menschen war er aufgrund seiner Besonderheiten wohl schon immer eher unheimlich. Entsprechend ranken sich um den Alatsee zahlreiche Geschichten von Seeungeheuern und verwunschenen Frauen, versenkten Goldschätzen und unterirdischen Gängen. Auch die Tatsache, dass heute noch Eisengestelle von Unterwasserversuchen des zweiten Weltkriegs am Seeboden liegen, wirkt nicht sonderlich idyllisch …. Wer mehr über all diese Geschichten rund um den Alatsee erfahren möchte, findet im bekannten Krimi “Seegrund. Kluftingers dritter Fall” von Volker Klüpfel & Michael Kobr reichlich Lesestoff. Für meinen Geschmack etwas zu klischeereich aufbereitet, aber als einstimmende Zuglektüre in jedem Fall gut geeignet.


Am Weißensee, der letzten Station der beschriebenen Rundwanderung, findet man schließich wieder ungetrübte Romantik. Auf einem etwa 6 km langen Rundweg kann man den See einmal komplett umrunden und krabbelt dabei auch durch das hübsche Felsentor (“Törle”), das auf den Bildern zu sehen ist.


Vom Weißensee sind es nur wenige Kilometer zurück zum Bahnhof in Füssen. Hier zur besseren Orientierung noch der entsprechende Kartenausschnitt von OpenStreet Maps, Lizenz: Open Data Commons Open Database Lizenz (ODbL):
 
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