Binnendünen Siegenburg & Offenstetten

Binnendünen bei OffenstettenDass man mitten in Bayern Dünen finden kann, war mir lange nicht bekannt – tatsächlich gibt es aber sogar mehrere Vorkommen. In diesem kleinen Beitrag soll es um die Binnendünen von Siegenburg und Offenstetten gehen, die gemeinsam ein zweigeteiltes Naturschutzgebiet bilden und auch als eines der 100 schönsten Geotope Bayerns ausgezeichnet wurden.

Entstehung

Die Dünen wurden nach der letzten Eiszeit aus von Winden ausgeblasenen Sandkörnern aufgeschüttet, erstrecken sich insgesamt über 27 ha und sind an ihrer höchsten Erhebung etwa 10 m hoch. Die Bezeichnung Binnendüne bezieht sich auf die Tatsache, dass die Dünen im Binnnenland liegen und nicht im Zusammenhang mit Küstenaktivität entstanden sind. Da große Flächen inzwischen durch einen dichten Kiefernwald bewachsen sind, zeigen die Dünen heute übrigens nicht mehr das typische »Wandern«, wie man es von freiliegenden Dünen kennt. Der Sand ist durch heruntergefallene Kiefernnadeln zudem an vielen Stellen bedeckt, tritt aber eindrucksvoll zutage, wo er beispielsweise durch tierische Grabaktivität oder Rutschungen freigelegt wurde.


Bildergalerie 1: Binnendünen bei Siegenburg

Fauna & Flora

Durch die besonderen Bodenverhältnisse findet sich eine hochspezialisierte und teils sehr seltene Flora, die perfekt an die kargen und trockenen Bedingungen der Sandareale angepasst ist. Direkt ins Auge fällt der bereits erwähnte Kiefernbewuchs: Als Tiefwurzler, der lange Pfahlwurzeln auszubilden kann, gelingt es der genügsamen Kiefer sowohl, Halt im lockeren Sediment zu finden, als auch, tief im Erdreich an ausreichend Wasser und Nährstoffe zu gelangen. Da wir bei unserem Besuch frühzeitig im Jahr unterwegs waren, war die sonstige Vegetation noch spärlich, an diversen Stellen konnten wir aber das für den Standort typische Silbergras (Corynophorus canescens) sowie ausgedehnte Flechtenteppiche beobachten. Laut Literatur sind zudem die Sandstrohblume (Helichrysum arenarium) und der Frühlings-Spark (Spergula morisonii) typische Besiedler des Habitats; beide konnten wir jedoch zu diesem frühen Zeitpunkt nicht ausmachen.

Auch von den Aktivitäten der Ameisenlöwen, die in den sandigen Böden ihre Fangtrichter graben, war noch nichts zu erkennen. Im Jahresverlauf wird also noch Spannendes zu beobachten sein.

Route

Unsere Besichtigung gestartet haben wir westlich von Siegenburg: Auf einem etwa 15 ha großen Areal finden sich sowohl einzelne Sandhügel, als auch bis zu 300 m lange Längsdünen. Gebogene Sicheldünen sind dort entstanden, wo der äolische Transport, also die Verfrachtung durch Wind, bevorzugt die dünneren, instabileren Endzonen bewegt hat. Mehrere Küchenschellen-Vorkommen werden vor Ort von einem Biologen sorgfältig geschützt.

Die nur rund 10 km weiter nördlich gelegenen Offenstettener Dünen sind zwar etwas niedriger, ermöglichen dafür aber direktere Blicke auf freie Sandflächen und vermitteln noch einmal einen ganz anderen Eindruck von den Dünen. Die Weiterfahrt lohnt sich daher auf alle Fälle.


Bildergalerie 2: Binnendünen bei Offenstetten

Karte


 
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Nahegelegene Ausflugsziele

Abgerundet haben wir unseren Besuch durch einen Abstecher beim knapp 20 km weiter nördlich gelegenen Sippenauer Moor, wo uns insbesondere die farbenprächtigen (und geruchsintensiven) Schwefelquellen fasziniert haben. Und wer möchte, kann zudem weiter zur berühmten Weltenburger Enge mit Donaudurchbruch sowie der nicht minder bekannten Befreiungshalle in Kehlheim. Es gibt in der näheren Umgebung eine Menge zu entdecken – die Hinweise hier sollen nur als kleine Inspiration dienen. Mehr Informationen findet man bei den unten angegebenen Links.


Bildergalerie 3: Sippenauer Moor


Bildergalerie 4: Weltenburger Enge und Befreiungshalle Kehlheim

Weiterführende Literatur

Binnendünen

Sippenauer Moor

Weltenburger Enge und Befreiungshalle