Schwarzachschlucht

Schwarzachschlucht
Tief hat sich das Flussbett der Schwarzach während der letzten eineinhalb Millionen Jahre in den umgebenden Burgsandstein eingeschnitten. Auf einem gut erschlossenen Weg von etwa 3 Kilometern Länge sind dadurch an den Wänden der malerischen Schlucht schön die Strukturen des Sandsteins zu erkennen. Dieser bildete sich vor etwa 215 Mio. Jahren zur Zeit des mittleren Keupers durch Sedimentation in einem Flusssystem. Ein hoher Gehalt an Eisenoxiden, wie er für die Entstehung in wärmeren Klimaten typisch ist, färbt ihn intensiv rot.

Die Wände der Schlucht zeigen an mehreren Stellen eindrucksvolle Verwitterungsformen, wie sie im Laufe der Zeit entstehen können, wenn Sandstein den Umwelteinflüssen ausgesetzt ist. Typisch ist die sog. Wabenverwitterung, die man auf den Bildern gut erkennen kann: Während das Gestein entlang von Klüften durch ausfallende Lösungen verstärkt wird und dadurch recht widerstandsfähig ist, kann es in den dazwischen liegenden, weicheren Partien leichter vom Wind abgetragen werden. Es bildet sich die vorliegende Struktur mit den ausgeprägten, bienenwabenartigen Vertiefungen und netzartigen Graten.

Auf dem Weg durch die Schlucht klettert man durch wildromantische Felstore, durchwandert geräumige Höhlen, spaziert unter Felsüberhängen und passiert ausgeprägte Auskolkungen. In der nach ihm benannten Gustav-Adolf-Höhle soll der Schwedenkönig einst während des Dreißigjährigen Kriegs den Sieg über die feindlichen Truppen mit einem Feldgottesdienst gefeiert haben.

Eine Attraktion ganz anderer Art ist der mit 90 Metern Länge und 17 Metern Höhe wirklich imposante Schwarzach-Brückkanal, der den Ludwig-Donau-Main-Kanal (kurz: Ludwig-Kanal) über die Schwarzach führt.
Zwischen 1836 und 1845 verwirklichte König Ludwig I. mit diesem Kanal das große Ziel, durch eine Verbindung von Rhein und Donau einen direkten Schiffahrtsweg von der Nordsee zum Schwarzen Meer zu erschaffen. Auf dieser Strecke musste der Ludwigs-Kanal an insgesamt 10 Stellen auf sog. Brückkanälen andere Flüsse überqueren. Lediglich zwei davon, nämlich der Schwarzach- und der Gauchsbach-Brückkanal, sind heute noch erhalten.
Der Schwarzach-Brückkanal, architektonisch hochinteressant, wurde zwischen 1839 und 1841 erbaut, brach allerdings mehrfach wieder ein und konnte daher erst ab 1845 befahren werden.

Eine kleine Rundwanderung von etwa 7,5 Kilometern Länge führt vom Brückkanal durch die Schwarzach-Schlucht nach Schwarzenbruck und von dort am Ludwig-Kanal entlang wieder zurück zum Ausgangspunkt. Die Wege sind prinzipiell anspruchslos, können aber feucht sein und erfordern daher festes Schuhwerk.

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