Burgruine Rotenhan

Burg Rotenhan - Nordwestfelsen, links die Aussparung für die ehemalige TankzisterneEine der außergewöhnlichsten Burgen, die es in Bayern zu besichtigen gibt, ist die Burgruine Rotenhan bei Ebern/Eyrichshof: Als sogenannte Felsenburg wurde sie Ende des 12. Jahrhunderts weitgehend direkt aus 4 mächtigen, vor Ort liegenden Buntsandstein-Blöcken modelliert – der Verbau von Fremdgestein spielte eine Nebenrolle und erfolgte nur ergänzend. Viele der direkt in den Fels gemeißelten Strukturen sind bis heute erhalten; bei einem offensichtlich späteren Ausbau entstanden zusätzliche Details wie beispielsweise ein gotisches Spitzportal am Treppenaufgang des Torfelsens (s. Bildergalerie).

Die Burg diente dem Adelsgeschlecht Rotenhan als Stammsitz, wurde jedoch bereits im Jahr 1323 durch den damaligen Würzburger Bischof zerstört – angebliche Falschmünzerei war einer der erhobenen Vorwürfe. Da ein Wiederaufbau der Burg vertraglich verhindert wurde, nutzte man zumindest die mobilen Überreste des Burgenkomplexes und verbaute diese im Tal zu einem neuen Stammsitz, nämlich der Burg Eyrichshof. Übrig geblieben vor Ort sind die behauenen Sandsteinkörper, die der ursprünglichen Burg ihre Grundgestalt gegeben hatten.

Zur früheren Nutzung der einzelnen Funktionsbereiche werden bis heute verschiedene, teils widersprüchliche Theorien diskutiert. Tatsache ist, dass sich im Südwesten der Anlage ein Torfelsen befindet, der über zwei Durchgänge verfügt. Umstritten jedoch, welches der beiden Tore als Haupttor (Karrentor) diente und welches als Nebentor (Fußgängerportal) genutzt wurde – bzw. ob es sich evtl. um eine frühe Doppeltoranlage handelte. Der gut erhaltene Treppenaufgang des Felsens soll zu einer Torkapelle geführt haben – in diesem Zusammenhang wird immer wieder auf die exakte Einostung des Komplexes hingewiesen, die für mich anhand der Situation vor Ort allerdings nicht ganz nachvollziehbar ist. Deutlich zu erkennen dagegen der nordwestliche Felsen mit gut erhaltenen Treppenstufen und einer markanten Aussparung für eine Tankzisterne (s. Artikelbild).

Bildergalerie:

 

Übersichtsplan:

Burgruine Rotenhahn Übersicht

Burgruine Rotenhahn Übersicht. Quelle: Wikimedia, Bild von Dark Avenger, Lizenz: CC BY-SA 3.0

 

Legende:
1. Ringgraben (Halsgraben)
2. – 6. Torfelsen mit ev. Torkapelle:
2. vermutlich Haupttor (Karrentor)
3. vermutlich Nebentor (Fußgängerportal)
4. + 5. Aufgang ins Obergeschoss
 5. Spitzbogenportal

6. Torgasse mit Balkenlagerreihe
7. Brunnen
8. + 9. Nordwestfelsen:
8. Tankzisterne
10. Nordfelsen
11. Ostfelsen mit Mauerresten
12. Burghof

 

 

Zu guter Letzt noch zwei Panorama-Ansichten von Jens Arne Männig:

Burgruine Rotenhan - Panorama

Burgruine Rotenhan - Panorama 2

Verwendete Literatur und weiterführende Links:

– Infotafeln vor Ort
– Wikipedia
Bayerisches Landesamt für Umwelt