Muschelbörse Öhringen 2012: Unsere kuriosesten Funde

Als wir zur diesjährigen Conchylienbörse nach Öhringen aufbrachen, war unsere schlimmste Befürchtung, mit Taschen voller Schneckenhäuschen und – in logischer Konsequenz – leeren Geldbeuteln wiederzukehren. Mögliche Spekulationen, dass wir als stolze Besitzer einer alten Schuhsohle und eines längst funktionsuntüchtigen Regenschirmes die Heimreise antreten würden, hätten wir selbstverständlich empört zurückgewiesen. Weit gefehlt, genau so sollte es sich nämlich zutragen!


Schuld an den ungewöhnlichen Sammlerfreuden ist die hübsche Muschelgattung Spondylus, besser bekannt vielleicht unter ihrem deutschen Trivialnamen “Stachelauster”. Auf Hartgründen siedelnd, bewohnt sie seit jeher Steine, Felsen oder auch andere Muschelschalen, wo sie fest an den Untergrund zementiert kleinste Nahrungspartikel aus dem Meerwasser filtert. Die traurige Tatsache, dass ihr natürlicher Lebensraum zunehmend von menschlichem Zivilisationsmüll bedeckt wird, führt dazu, dass immer öfter auch ungewöhnliche Oberflächen besiedelt werden (müssen) – solch skurrile Arrangements wie auf den Bildern sind dennoch Raritäten. Reizten uns Sohle und Schirm ob ihrer Originalität beim ersten Anblick noch spontan zum Lachen, so kann ich beim Betrachten der Bilder eine gewisse Nachdenklichkeit mittlerweile nicht mehr abschütteln. Abschließend als Kontrast daher noch ein Link zu einem Bild einer lebenden Stachelauster in natürlicher Umgebung.

Alle abgebildeten Exemplare: Sammlung W. Fink